Max Gehlofen eine persönliche Annäherung

 

 

 

 

 

Max Gehlofen ist ein lockerer, unprätentiöser Typ mit dem man gerne plaudert. Er ist unaufgeregt und nimmt das Leben von der entspannten Seite. Gleichzeitig hat er jedoch einen wachen Blick auf die Dinge um ihn herum und schaut hinter die Fassaden. Diese Haltung ist es wohl auch, die seine künstlerischen Arbeiten so interessant und vielschichtig macht. Sie kommen leichtfüßig daher und entlocken einem ein Lächeln, wie etwa die Abformung eines Pkws an der Decke eines Würzburger Parkhauses mit dem Titel „Schwänzchen in die Höh'“ oder die Überformung des Denkmals von Friedrich Rückert, der dort als „Stadtheiliger“ altväterlich auf dem Marktplatz thront. Max Gehlofen hat keine Angst vor pathetisch aufgeladenen Orten oder Objekten, er nähert sich ihnen, um sie uns wieder näher zu bringen und man darf gespannt sein, was er noch mit der Alten Mainbrücke in Würzburg und deren Heiligenfiguren anstellen wird. Einst war die Brücke feierliches Entree für Kaiser und Könige in die Residenzstadt der Fürstbischöfe, heute ist sie Location für den Brückenschoppen und Hintergrund für Selfies von Touristen.

 

 

 

Max Gehlofen hat einen Sensus für Räume, auch öffentliche, die er mit seinen skulpturalen Arbeiten besetzt, verändert und den Betrachter zum näheren Hinsehen verleitet. Gerne genutztes Material ist dabei Kunststofffolie, die wir als Frischhaltefolie aus dem Haushalt, und die zusammen mit anderen Kunststoffen für unseren Planeten nicht „verdaubar“ ist. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Max Gehlofen dieses so achtlos benutzte Material in einem künstlerischen Prozess verwandelt und welche poetische Schönheit davon ausgehen kann. Sein gekonnter Umgang mit Räumen offenbart sich auch in seinen Zeichnungen, die stets ihren Zeichengrund zu verlassen scheinen, um in die dritte Dimension einzubrechen. Einen eigenen Werkbereich bilden die zusammen mit Philip Seybold überarbeiteten Blätter aus der Postille „Deutsche Kunst“, die im Dritten Reich weite Verbreitung gefunden haben. Vieles was darin als „deutsch“ postuliert wurde, sieht die Kunstgeschichte heute durchaus mit anderen Augen. Max Gehlofen dekontaminiert die einzelnen Darstellungen durch seinen lockeren Umgang mit den Darstellungen, womit wieder der Bogen zu seiner Person geschlagen ist.

 

 

 

 

 

Dr. Jürgen Emmert / Würzburg

 


Max Gehlofen 

* 01.07.1989 in Würzburg

 

 

 

Oktober 2010 Beginn des Kunststudiums an der Ruhrakademie in Schwerte

 

Mai 2011 Gruppenausstellung Rpott im Ruhrtalmuseum Schwerte mit Auszeichnung

 

Mai 2011 Studentenaustausch mit der Academia di belli Arti Napoli

 

Oktober 2011 Gegenbesuch in Italien, Ausstellung in Cava di Tirreni ( Galerie „cobbler“)

 

September 2012 Ausstellung Jungweinmacher in Würzburg

 

Oktober bis November 2012 Gruppenausstellung „ Weg exquisit“ in Schwerte ( Galerie Kunstschiene)

 

Oktober 2014 Diplom in freier Kunst an der Ruhrakademie Schwerte mit Auszeichnung

 

März 2015 Ausstellung beim Kunstkarree in Schweinfurt

 

Oktober bis November 2015 Einzelausstellug „ Endogener Versuch“ mit den Leerraumpionieren in Würzburg

 

 Mai bis September 2016 Gruppenausstellung "Prozesse" in der Posthalle in Würzburg

 

September 2016 realisierung Kontaktabzug Rückert in Schweinfurt zur Nacht der Kultur

     

Oktober 2016 Einzelausstellung "Brücke Würzburg" im Einraumatelier, Würzburg

 

November 2016 Gruppenausstellung in der Galerie im Kulturspeicher, Würzburg

März 2017 Gruppenausstellung, „MultiM“ im Spitalseebunker

 

Schweinfurt

 

 

Juli bis Oktober 2017 Gruppenausstellung, Ostrale Biennale Dresden